Weinsegen

Gepriesen bist du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt.

Du schenkst uns den Wein,

die Frucht des Weinstocks und der menschlichen Arbeit.


Wir bitten um den Segen für diesen Wein, er ist ein Zeichen für unsere Verbundenheit mit Christus,

der gesagt hat: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.“
In ihm sind wir verwurzelt, er gibt uns Halt.

Von ihm empfangen wir die Kraft,

aus der wir Frucht bringen können.

Herzlich Willkommen bei der Österreichischen Mesner Gemeinschaft

Auf unserer Homepage finden sie / findest du viele Informationen und wissenswertes über unsere Gemeinschaft.

Wir bitten um den Segen für diesen Wein, er ist ein Zeichen der Freude und des Wohlergehens,

ein Vorgeschmack auf das ewige Gastmahl, das Du uns bereithältst.


Schon jetzt stärkst Du uns am Tisch Deines Sohnes, wenn wir im Gedenken an den neuen Bund den Wein miteinander teilen.


Wir bitten um den Segen für uns,

dass wir aus Deiner Wurzel leben,

aufnehmen und weiterreichen,

was Du uns gibst,

und reiche Frucht bringen. Amen.

Martin Salzmann

Mesnergebet

Jesus, mein Herr und mein Gott, ich liebe dein Haus, die Wohnstätte deiner Herrlichkeit. Vermehre meinen Glauben und meine Liebe und dadurch die Ehrfurcht vor deiner heiligen Gegenwart. Mit Freude will ich jeden Tag hintreten zum Hause des Herrn. Möge die Glut meines Herzens wie das Ewige Licht brennen. Lass mein Gebet wie Weihrauch zu dir emporsteigen. Der Eifer für dein Haus möge mich so verzehren, dass ich täglich würdig, aufmerksam und andächtig meinen erhabenen Dienst ausübe und dadurch mein ganzes Benehmen deine Ehre und Glorie fördere, mich selbst heilige und andere erbaue.
Amen.

Im Leben geht es immer um das rechte Maß!

Zu viel von etwas ist nicht gut,

und Extreme sind es auch nicht,

jedenfalls nicht ständig!

So verhält es sich auch mit dem Wein.

In den Mythen der Völker, in denen der Wein Bedeutung hat, insbesondere im vorderasiatischen Raum, gilt der Rebstock als Geschenk des Himmels, der Wein als Mittler zwischen Diesseits und Jenseits. Der Wein ist seit jeher ein Kommunikationsmittel, das Menschen zusammenführt und miteinander ins Gespräch bringt. Und dies über die Grenzen des diesseitigen Lebens hinaus. In Mesopotamien waren die Schriftzeichen für Wein und Leben identisch. In Ägypten galt er als heiliges Getränk. Und nicht zu vergessen die griechische Hochkultur, die ganz „durchtränkt“ war vom Wein.


In der Bibel ist etwa 500-mal die Rede vom Wein oder den Reben. Für das Volk Israel ist der Wein Geschenk Gottes, Sinnbild für das Leben, Wohlstand und Wohlergehen; bis hin zum Festmahl, das Gott selbst seinem Volk auf dem Zion bereitet (vgl. Jes 25,6–8). Im Wein liegen Glück und Gefahr. Im Buch Jesus Sirach heißt es: „Auch beim Wein spiel nicht den starken Mann! Schon viele hat der Rebensaft zu Fall gebracht. (…) Wie ein Lebenswasser ist der Wein für den Menschen, wenn er ihn mäßig trinkt.“ (Sir 31,25.27a)


Der Wein ist Sinnbild für das Leben in und aus Gott. Oft bezieht sich Jesus auf den Wein bzw. den Weinstock und die Reben. Nicht zuletzt genießt er ihn auch (und sicher nicht nur bei der Hochzeit zu Kana).


Der Wein ist Lebensmittel für das Volk Israel, hat seinen Platz bei Mählern und Festen. So eben auch beim Paschamahl, das Jesus am Abend vor seinem Leiden mit seinen Jüngern feiert. Bei diesem Mahl werden aus Brot und Wein die Zeichen für sein Leben und seine fortwährende Gegenwart in der Mitte derer, die sich zur Feier der Eucharistie versammeln.


Aus diesem Geist heraus wurde das Kulturgut Wein durch die Zeiten überliefert, immer weiter kultiviert und veredelt. Dieser Tradition unseres Glaubens und seiner positiven Einstellung zum Leben wissen auch wir uns als Augustiner-Chorherren von Neustift in Südtirol verpflichtet. Seit mittlerweile 880 Jahren wird hier um das Stift herum Wein angebaut. Was zunächst dem Eigenbedarf von Kult (Gottesdienst) und Konvent diente, ist mittlerweile zu einer tragenden Säule unseres Stiftes geworden. Dabei ist es wichtig, immer wieder zu betonen: Es ist nicht Aufgabe des Weines, zu Kopf zu steigen. Sein Wert liegt vielmehr darin, dass er den Geist, den er in sich trägt (Kultur, Kommunikation, Gemeinschaft), in uns entfalten kann. Dem Umgang und dem Genuss des Weines gelten Respekt und Achtsamkeit, denn wir alle wissen auch um die Gefahren. Es geht um die innere Einstellung dabei, wie es auch der Ausspruch ins Wort bringt, der einem griechischen Kirchenvater zugeschrieben wird: „Es ist besser, in aller Demut Wein zu trinken als in Hochmut Wasser.“


In dieser Gesinnung wünsche ich Ihnen viel Freude bei Ihrem Dienst!

Eduard Fischnaller, Propst