Findet man den Mesnerdienst auch in der Bibel?

Bereits im Alten Testament werden die Leviten erwähnt, die im Tempel besondere Dienste zu verrichten hatten und dem Priester im Gottesdienst halfen. Jesus selbst legte Wert darauf, dass für die Feier des Letzten bendmahles mit seinen Jüngern die not wendigen Vorkehrungen getroffen wurden. Er schickte dazu Petrus und Johannes voraus, um alles vorzubereiten (vgl. Lk 22, 7-13).

 Wie hat es mit dem Mesnerdienst begonnen?

Die frühen Mitglieder der Urkirche trafen sich zu ihren Gottesdiensten anfänglich in Privathäusern. Mit dem Beginn von Kirchenbauten im dritten und vierten Jahrhundert entstanden auch die ersten Dienste, die sich im heutigen Mesnerdienst wiederfinden. 
Anfänglich übernahmen Diakone neben ihrer karitativen Tätigkeit auch die Aufgabe, im Gottesdienst für die kirchliche Ordnung zu sorgen. Sie öffneten und schlossen die Pforten der Kirche, bereiteten den Gottesdienst vor, unterwiesen die Taufbewerber und stimmten die Psalmengesänge an. Aus diesen Tätigkeiten erwuchs mit der Zeit das Amt des  Ostiariers, dem später auch das Läuten der Glocken zukam.  Die Weihe zum Ostiarier gehörte früher zu den  Vorstufen der Priesterweihe, den sogenannten  „niederen Weihen“. Dieser Umstand erklärt,  warum der  Mesnerdienst lange Zeit nur von Männern ausgeübt wurde.
Im Laufe der Zeit kamen weitere Aufgaben hinzu, und es entwickelte sich der eigenständige Mesnerdienst, wie wir ihn heute kennen. Je nach  Region kam es zu unterschiedlichen Bezeichnungen für diesen Dienst, die alle ihren Ursprung in der  lateinischen Sprache haben.

Hinter der Bezeichnung „Küster“ steht das Wort „custos“. Es bedeutet „Wächter“ oder „Hüter“, eine Aufgabe, die dem erwähnten Amt des Ostiariers zukam. „Mesner“ leitet sich ab von „mansio“. Dieser Begriff bezieht sich auf die Wohnung bei der Kirche, was wir mancherorts bis heute durch die Mesnerhäuser kennen. Der „Sakristan“ verbirgt sich im Wort Sakristei und leitet sich ab von „sacer“, was bedeutet: „dem Heiligen zugehörig“ oder auch „der für die Sakristei zuständig ist“.

Wie ist der Mesnerdienst in den Pfarren organisiert?

In Österreich versehen mehr als 10.000 Frauen und Männer in gut 10.000 Kirchen und Kapellen einen Mesnerdienst. Bis auf wenige große Kathedralen, Stiftskirchen und Wallfahrtsorte, in denen der Mesnerdienst im Vollerwerb versehen wird, geschieht der Dienst überwiegend im Ehrenamt. In immer mehr Pfarreien haben sich Mesnerteams gebil det, in denen sich mehrere Personen auf unterschiedliche Weise den Dienst teilen.

Was gibt es zu tun?

Der Mesnerdienst umfasst ein umfangreiches Tätigkeitsfeld. Die konkreten Aufgaben variieren von Ort zu Ort und sind von der jeweiligen Pfarre aufzulisten. Es macht einen Unterschied, ob jemand allein die Verantwortung für den Dienst übernimmt, oder ob der Dienst in einem Team mit anderen geteilt wird.

Zu den grundlegenden Aufgaben zählen:

– Dienst an der Liturgie
Die Vor- und Nachbereitung der heute vielfältigen liturgischen Feiern und Angebote in der Kirche sind die Quelle und der Ursprung des Mesnerdienstes. Vom Herrichten der liturgischen Geräte, Bücher und Gewänder bis hin zum Anzünden der Kerzen und dem Bedienen von Heizung und Beschallungsanlage gehören viele Dinge berücksichtigt, damit beim Gottesdienst alles reibungslos abläuft. Bei der Spendung der Sakramente schafft der
Mesnerdienst Kontakt zu den Gemeindemitgliedern in ihren unterschiedlichsten Lebenslagen. Die Feier des Kirchenjahres bringt im Rahmen der verschieden geprägten Zeiten eine bunte Abwechslung und immer wieder neue Herausforderungen mit sich, die Organisationstalent erfordern.


– Dienst am Gottesdienstraum und dessen Einrichtung
Neben dem eigentlichen Gottesdienstraum gibt es in der Kirche immer auch Nebenräume wie z. B. Seitenkapellen, eine Krypta, die Sakristei, den Turm oder auch Dachböden, welche ebenfalls zum Tätigkeitsbereich des Mesnerdienstes zählen. Als sich die Christen ab dem dritten und vierten Jahrhundert in öffentlichen Gebäuden versammelten, wuchs das Aufgabengebiet des Mesnerdienstes. Neben dem Öffnen und Schließen zu den vorgegebe nen Zeiten zählen heute zu den Pflichten des Mesnerdienstes die Sorge um das Raumklima durch richtiges Heizen und Lüften, die Instandhaltung und Pflege sowie Dekorationen und Blumenschmuck wie auch die Beobachtung der Bausubstanz und das wachsame Auge im Hinblick auf Einbruch und Diebstahl.
Liturgisches Inventar
Manche Sakristei gleicht einer kleinen Schatzkammer, in der die Messgewänder (Paramente), liturgischen Geräte wie Kelche und Monstranzen, Bücher und andere Einrichtungsgegenstände von oft un schätz barem Wert gelagert werden. Ihre Handhabung erfordert Sachkenntnis und eine werterhaltende Pflege und Lagerung.

Technisches Inventar
Der technische und digitale Fortschritt hat vor den Kirchentüren nicht haltgemacht. Turmuhren und Läuteanlagen, Beleuchtung, Beschallung sowie Heizungs- und Klimatechnik gehören zum Standard des technischen Inventars unserer Kirchen und müssen richtig bedient und gewartet werden. 
Außenanlagen
Je nach den örtlichen Gegebenheiten können die Pflege von Grünanlagen, des Friedhofes oder von Vorplätzen und Verkehrswegen die Aufgaben erweitern.

– Zusätzliche Aufgaben, die nicht unmittelbar zum Mesnerdienst gehören
Je nach den Gegebenheiten in der jeweiligen Pfarre und den persönlichen Fähigkeiten können auch weitere Aufgaben oder pfarrliche Tätigkeiten übernommen werden. Aufgrund der vermehrten Präsenz in der Kirche ergibt sich oft das Gespräch mit Kirchenbesuchern und -besucherinnen, denen man als kompetente Auskunftsperson oder durch ein offenes Ohr eine Hilfe sein kann. Durch den Mesnerdienst entsteht auch eine Verbindung zu den Ministranten und Ministrantinnen, wobei Aufgaben in der Einschulung und Begleitung der Kinder und Jugendlichen übernommen werden können.

 

 

 Wer zeigt mir, wie es geht?

Der Umgang mit den wertvollen Paramenten und liturgischen Geräten, den technischen Einrichtungen wie auch der Ablauf der kirchlichen Feiern im Laufe des Kirchenjahres erfordern Fachwissen. Eine solide Einführung am Ort durch die Pfarrleitung, durch Vorgänger-Personen oder Mitglieder des Mesnerteams ist unbedingt notwendig. Eine grundlegende Ausbildung bietet die Österreichische Mesner Schule, welche in regelmäßigen Abständen Kurse anbietet. Die diözesanen Mesner Gemeinschaften organisieren jährlich Weiterbildungsveranstaltungen.

Die Pfarrleitung ist dafür zuständig, dass die Aufgaben klar definiert sowie zugeteilt werden und eine Ansprechperson zur Verfügung steht.

Wie wird man Mesnerin, Mesner?

In den meisten Fällen geht dem Mesnerdienst eine aktive Teilnahme am Leben der Pfarre voraus. Wer sich vorstellen kann, einen Beitrag für seine Pfarre in Form des Mesnerdienstes zu leisten, kann mit den bereits amtierenden Personen das Gespräch suchen. Aushilfsdienste oder die Mithilfe bei der Vorbereitung von Festtagen bieten die Möglichkeit, den Dienst näher kennenzulernen. Das kann die Entscheidung erleichtern, ob der Dienst einem zusagt.
Vor dem offiziellen Dienstantritt steht ein Gespräch mit der Pfarrleitung. Dabei soll auch vereinbart werden, in welchem Ausmaß der Dienst übernommen wird und in welchem zeitlichen Rahmen dies stattfindet.

Was soll ich mitbringen?

– Eine positive Einstellung zum christlichen Glauben und zur katholischen Kirche.
– Freude am liturgischen Geschehen in der Kirche.
– Bereitschaft, sich in einem Team einzubringen.

– Fähigkeit zu selbständiger Arbeit, Verlässlichkeit und Verschwiegenheit.
– Ein entsprechendes Maß an Zeit und die Bereitschaft, es auch an Sonn- und Feiertagen einzusetzen.
– Interesse, Neues kennenzulernen und Bereitschaft zur Weiterbildung.